Englisch ist die Sprache des internationalen Handels. Wer als deutsches Unternehmen exportiert, Investoren sucht oder Fachkräfte aus dem Ausland anwirbt, kommt daran nicht vorbei. Trotzdem landen immer noch viele Texte mit holprigen Formulierungen beim Kunden, weil die Übersetzung nebenbei erledigt wurde.
Das Problem: Englische Muttersprachler merken sofort, wenn ein Text nicht von einem Profi stammt. Und sie ziehen daraus Schlüsse über die Sorgfalt des ganzen Unternehmens.
Warum Schulenglisch nicht reicht
Viele Mitarbeitende sprechen gut Englisch. Sie können Meetings führen, E-Mails schreiben und Präsentationen halten. Eine Website, einen Vertrag oder ein technisches Handbuch zu übersetzen, ist aber eine andere Aufgabe.
Deutsche Sätze sind oft lang und verschachtelt. Wer sie Wort für Wort überträgt, erhält einen Text, der zwar korrekt, aber schwerfällig wirkt. Dazu kommen typische Fallen wie "eventually" (bedeutet schließlich, nicht eventuell) oder "become" (werden, nicht bekommen).
Ein professioneller Englisch Übersetzer denkt nicht in Wörtern, sondern in Aussagen, und formuliert sie so, wie ein Muttersprachler sie schreiben würde.
Britisches oder amerikanisches Englisch
Bevor ein Auftrag startet, sollte eine Frage geklärt sein: Wer ist die Zielgruppe? Britisches und amerikanisches Englisch unterscheiden sich in Rechtschreibung, Wortwahl und manchmal im Ton. "Colour" oder "color", "lorry" oder "truck", Datum mit Tag oder Monat vorne.
Für Kunden in Irland, Australien oder Indien gelten wieder eigene Gewohnheiten. Ein gutes Übersetzungsbüro fragt danach, bevor es anfängt, und legt die Variante im Projektglossar fest.
Welche Texte besonders heikel sind
Nicht jede Übersetzung trägt das gleiche Risiko. Besonders sorgfältig sollten Unternehmen bei folgenden Dokumenten vorgehen:
- Verträge, AGB und Datenschutzerklärungen
- Geschäftsberichte und Unterlagen für Investoren
- Bedienungsanleitungen und Sicherheitshinweise
- Websites, Produkttexte und Werbekampagnen
- Bewerbungsunterlagen und Arbeitszeugnisse
Bei juristischen Texten kann ein falsch gewähltes Wort die Haftung verschieben. Bei Marketingtexten kann ein unpassender Slogan im englischsprachigen Raum unfreiwillig komisch wirken. Beides kostet am Ende mehr als eine gute Übersetzung.
Beglaubigte englische Übersetzungen
Für Behörden, Gerichte und Hochschulen reicht eine normale Übersetzung oft nicht aus. Hier wird eine beglaubigte Übersetzung verlangt, die ein vereidigter Übersetzer Englisch anfertigt und mit Stempel und Unterschrift bestätigt.
Typische Fälle sind Geburtsurkunden, Diplome, Handelsregisterauszüge oder Gerichtsurteile. Auch private Dokumente gehören dazu. Wer etwa nach einem Umzug nach Großbritannien oder in die USA den Führerschein übersetzen lassen muss, sollte vorab klären, welche Form die dortige Behörde akzeptiert.
Übersetzen oder dolmetschen?
Übersetzer arbeiten mit geschriebenem Text. Dolmetscher übertragen das gesprochene Wort, etwa bei Verhandlungen, Messen, Audits oder Videokonferenzen. Beide Berufe verlangen unterschiedliche Fähigkeiten, und nur wenige Profis beherrschen beides auf höchstem Niveau.
Steht ein wichtiger Termin mit englischsprachigen Partnern an, lohnt sich der Kontakt zu einer erfahrenen Dolmetscheragentur. Sie kann je nach Situation Simultan-, Konsekutiv- oder Ferndolmetschen organisieren.
So läuft ein professioneller Auftrag ab
Ein seriöser Anbieter folgt meist einem klaren Ablauf:
- Analyse des Ausgangstextes und Angebot mit festem Preis
- Klärung von Zielgruppe, Sprachvariante und Terminologie
- Übersetzung durch einen muttersprachlichen Fachübersetzer
- Korrektur durch eine zweite Person nach dem Vier-Augen-Prinzip
- Formatierung und Lieferung im gewünschten Dateiformat
Ein seriöses Büro lässt jede englische Übersetzung von muttersprachlichen Fachleuten erstellen und anschließend von einer zweiten Person lektorieren, unabhängig von der Sprachrichtung.
Was eine Übersetzung kostet
Die Preise richten sich meist nach der Wortzahl, dem Fachgebiet und der Lieferfrist. Technische, medizinische oder juristische Texte sind aufwendiger als allgemeine Korrespondenz. Beglaubigungen werden oft pauschal pro Dokument berechnet.
Wer eine englische Übersetzung für sein Unternehmen richtig beauftragen will, sollte nicht einfach den günstigsten Anbieter wählen, sondern gezielt nach Erfahrung in der eigenen Branche fragen, denn professionelle Übersetzungsdienste mit klaren Rückfragen zu Ton, Zielgruppe und Verwendungszweck liefern am Ende ein Ergebnis, das sich nicht wie eine Übersetzung liest. Diese Sorgfalt bei der Beauftragung zahlt sich über jedes einzelne Projekt hinweg aus.
Wer regelmäßig übersetzen lässt, profitiert von Translation-Memory-Systemen. Bereits übersetzte Sätze werden erkannt und günstiger abgerechnet. Das senkt die Kosten bei Updates von Handbüchern oder Websites deutlich.
Qualität erkennen
Woran erkennt man einen guten Anbieter? Achten Sie auf transparente Preise, feste Ansprechpartner und nachweisbare Erfahrung in Ihrer Branche. Mitgliedschaften in Berufsverbänden können ein zusätzliches Indiz sein. Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) bietet zum Beispiel eine Datenbank qualifizierter Fachleute und nützliche Hinweise für Auftraggeber.
Fragen Sie außerdem nach einer Probeübersetzung bei größeren Projekten. Ein kurzer Abschnitt zeigt schnell, ob Stil und Fachwissen passen.
Typische Fehler bei der Beauftragung
Viele Probleme entstehen nicht beim Übersetzen, sondern schon davor. Ein häufiger Fehler ist, unfertige Texte zu schicken und danach laufend Änderungen nachzureichen. Jede neue Version kostet Zeit und erhöht das Risiko, dass alte und neue Formulierungen durcheinandergeraten.
Ebenso ungünstig sind PDF-Dateien ohne Quelldokument. Wenn das Büro die Originaldatei aus Word oder InDesign erhält, bleibt das Layout erhalten und die Nachbearbeitung entfällt. Hilfreich sind außerdem Referenzmaterialien: frühere Übersetzungen, Glossare oder ein kurzer Styleguide mit bevorzugten Begriffen.
Und schließlich unterschätzen viele den Zeitbedarf. Ein Fachübersetzer schafft pro Tag etwa 2.000 bis 2.500 Wörter in guter Qualität. Wer 20.000 Wörter bis morgen braucht, bekommt entweder ein großes Team oder Kompromisse bei der Qualität.
Englisch für Websites und Suchmaschinen
Bei Online-Texten spielt ein weiterer Faktor mit, nämlich die Suchmaschinenoptimierung. Englischsprachige Nutzer suchen oft mit anderen Begriffen, als eine direkte Übersetzung vermuten lässt. Ein erfahrener Übersetzer prüft deshalb, welche Suchbegriffe im Zielmarkt tatsächlich verwendet werden, und passt Überschriften, Meta-Beschreibungen und Produktnamen entsprechend an. So wird die englische Website nicht nur verstanden, sondern auch gefunden.
Fazit für die Praxis
Englisch öffnet Märkte, aber nur, wenn der Text überzeugt. Planen Sie Übersetzungen deshalb nicht als letzten Schritt kurz vor dem Launch, sondern als festen Teil Ihrer Projekte.
Eine sorgfältige englische Übersetzung ist keine Ausgabe, sondern eine Investition in den ersten Eindruck, den Ihr Unternehmen im Ausland hinterlässt.
